Schon bei der Entwicklung des Ost-Ampelmännchens 1961 war
das Thema Verkehrs-Sicherheit der zentrale Punkt.
Karl Peglau, leitender Verkehrspsychologe, wollte ein Symbol
schaffen, das vor allem von Kindern, Alten und auch sehschwachen
Menschen klar zu erkennen ist. Deshalb wählte er ein realistisch-
anschauliches Männchenschema, für das er eine größere Akzeptanz
annahm als für reine Farbsymbole. Hut, großer Kopf und kräftiger
Körperbau sollten deutliche Signale setzen. Diese gestalterischen
Elemente vergrößern die Leuchtfläche, wodurch die Ampel für
den Fußgänger deutlicher zu erkennen ist.
Wenn Kinder spielen, vergessen sie oft die Welt um sich herum. Zuhause oder im Wald ist das nicht weiter schlimm. Aber auf der Straße kann dies schnell (lebens-) gefährlich werden. Als in den 80er Jahren in der DDR die Motorisierung zunahm und immer mehr Kinder im Verkehr starben, mussten Verkehrserziehungs-Konzepte her. Hier bekam der Ampelmann als Lehr-Symbol einen Nebenjob. Schulkinder erhielten für

nachgewiesen gute Verkehrskenntnisse die Plakette "Goldene Eins" oder einen speziellen Schlüsselanhänger. Auch das Kartenspiel "Passt auf im Straßenverkehr!" zierten die beiden Ampelmännchen, als Stempel und in Malbüchern hatten die Kita-Kinder mit ihnen zu tun.
Die große Akzeptanz bei Kindern verschaffte dem Ampelmann eine Hauptrolle in der Serie
Verkehrskompass. 1982 bekam der DEFA-Regisseur Friedrich Rochow den Auftrag, eine kindgerechte Verkehrserziehung-Sendung zu produzieren.
Stiefelchen, die gerade eingeschult wurde, und der Zweitklässler
Kompasskalle erlebten zusammen mit ihrem Hund
Wuffi viele brenzlige Situationen auf der Straße. Diese Gefahren den kleinen Fernsehzuschauern verständlich zu machen, war die Aufgabe der Ampelmännchen.
Zu
Zeichentrick-Figuren stilisiert warnten die Ampelmännchen vor großen Autos oder Straßenbahnen und gaben Tipps, sich verkehrsgerecht zu verhalten. Der grüne Ampelmann hatte seinen Einsatz immer dann, wenn schwierige Situationen erklärt werden mussten. Der rote Mann half den Kindern bei konkreten Gefahren aus der Patsche. Sein Satz
"Halt, mein Junge, halte an, ruft der rote Ampelmann" wurde zum geflügelten Wort in den Kinderstuben der DDR. In über 80 Sendungen, ausgestrahlt im Rahmen des Klassikers Sandmännchen, etablierten sich die Ampelmännchen zu Schutzengeln der Kinder.
AMPELMANN® hat sich vorgenommen, die Ampelmännchen verkehrs-erzieherisch wieder zu beleben. So wurde 2003 mit der Serie "Verkehrssicherheit" begonnen. Reflektoren sollen Kinder in der Dunkelheit schützen und Sicherheitswimpel kleine Radler sichtbarer machen. Ferner gibt es eine Kinder-Umhängetasche sowie T-Shirts, die ein reflektierender Ampelmann ziert. Auch weitere Produkte, die von Kindern genutzt werden (z.B. Stifte, Radierer, Magnete), machen den Nachwuchs früh mit dem Verkehrssymbol vertraut und erhöhen somit seine Akzeptanz.